Hundeschulen-Verzeichnis

Geschichte der Hundeschule

Zähmung des Hundes in Mitteleuropa (vor ca. 14.000 Jahren)

Die Annäherung von Mensch und Wolf, die letztlich zur Entwicklung des Hundes führte, war definitiv ein schleichender Prozess. Wahrscheinlich hielten sich Wölfe gerne in der Nähe von menschlichen Lagern auf und ernährten sich von deren Abfällen / Knochen.

So verloren sie einen Teil ihrer natürlichen Scheu. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine wirkliche Zähmung durch eine Aufnahme eines verwaisten Wolfsjungen geglückt ist, und dass diese Partnerschaft sich als sehr nützlich für beide herausstellte.

Gerade in der Wildnis ist der Hund und der Mensch ein perfektes Team, welches sich in Symbiose ergänzt. Der Hund genoss die Streicheleinheiten, trockenen Schlafplätze und gesicherten Futtereinheiten und der Mensch schätzte die Treue, Wachsamkeit, den Schutz und die Verbesserung des Jagderfolges.

Ein Beleg dafür ist der Fund aus Saint-Germain-de-la-Rivière in Frankreich. Hier konnte man, anhand von Isotopen-Untersuchungen bei Knochen von Mensch und Wolf, nachweisen, dass beide eine ähnliche Diät zu sich nahmen. Einer der Hunde ernährte sich überwiegend von mariner Kost – nämlich Lachsen. Nun ist allgemein bekannt, dass Wölfe nicht von sich aus Jagd auf Lachse machen, weswegen dieser Fund für eine Domestikation der Tiere spricht. Das Ereignis muss vor ca. 14.000 Jahren stattgefunden haben. Damit kann ab diesem Zeitpunkt die Zähmung des Hundes in Mitteleuropa als gesichert angenommen werden.

Die Anfänge der Hundeerziehung erfolgten mit größter Wahrscheinlichkeit gleichzeitig mit der Domestizierung der Wölfe. Schließlich musste man ihnen schon vor Jahrtausenden von Jahren beibringen, dass sich das Leben in für Haus und Hof von jenem in der Wildnis unterscheidet.

In den Anfängen der Hundeerziehung ging es hauptsächlich darum, für den Menschen / Familie sinnvolle Aufgaben zu erbringen. Das heißt, der Hund wurde eingesetzt, um den Menschen zu unterstützen und zu sichern. Das gemeinsame Jagen zur Nahrungssicherung trat immer mehr in den Hintergrund durch die Viehhaltung. Da der Hund aber äußerst lernfähig und lernwillig ist, war es möglich, auch schnell andere Bereiche für den cleveren Vierbeiner zu finden.

Hundezüchtung/-training erfolgte für folgende Einsatzbereiche:

Gebrauchshunde/Diensthunde Sie unterstützen Menschen bei der Arbeit. Besonders viele Hunde werden bei der Polizei eingesetzt, aufgrund ihres ausgezeichneten Geruchssinns bei der Spurensuche zum Finden von Drogen oder Sprengstoffen. Auch die Suche nach vermissten Personen (z. B. nach Lawinen) wird durch Hunde entscheidend erleichtert. Auch Blindenführhunde, Rettungs- oder Therapiehunde fallen in diese Kategorie.
Jagdhunde Die ausgezeichnete Eignung als Jagdhunde führte vermutlich zur Domestizierung dieser Tiere. Wahrscheinlich wurden Hunde genau aus diesem Grund zum Haustier gemacht. Da Wölfen das Jagen im wahrsten Sinne des Wortes im Blut liegt, war es nicht nötig, sie für diese Funktion speziell abzurichten. Die besondere Züchtung verschiedener Jagdhundrassen erfolgte erst später. Welche Hunde heute für die Jagd eingesetzt werden hängt davon ab, ob man sie für die Treibjagd (hier ist schnelles Laufen notwendig) oder für das Aufstöbern von Wild verwendet.
Hütehunde Ihre Aufgabe ist es, eine Herde zusammenzuhalten. Diesen Instinkt haben die heutigen Haushunde ebenfalls von ihren Vorfahren, den Wölfen, geerbt.
Wachhunde Sie sollen Haus und Hof bewachen. Da heute viele Menschen in Wohnungen leben, verliert diese Funktion immer mehr an Bedeutung.

Anpassung an die moderne Lebensweise des Menschen:

Auch wenn die Symbiose zwischen Mensch und Hund aus einer Arbeitsteilung herrührt, ist der Hund bei vielen Hundebesitzern nicht mehr weg zu denken. Der Hund schafft es auch ohne „Arbeit“, in den Herzen der Menschen zu bleiben. Vielfach besteht die Verbindung zwischen Mensch und Hund mittlerweile aus treuer Freundschaft, Spielkamerad oder Ersatzkind.

Durch die fehlenden Aufgaben kommt es in vielen Fällen, zu Bewegungsmangel und dadurch zu Verhaltensstörungen. Viele der damaligen Fertigkeiten geraten durch das moderne Stadtleben immer mehr in den Hintergrund oder werden in ihrer Intensivtät nicht mehr gewünscht. Jagdtrieb, Beschützerinstinkt oder Bellen sind einige Eigenschaften, die man versucht, auf ein „angemessenes Mass“ der heutigen Gesellschaft anzupassen.

Um diese Konflikte zu lösen, bedarf es in den meisten Fällen professionelle Hilfe und sportlichen Ausgleichs. Dies führte zu ausgebildeten Hundetrainern und Hundeschulen.

Die Anfänge der Verhaltensforschung und Hundeschulen

Ein genaues Datum der ersten Hundeschule zu ermitteln, ist schwierig, weil ein Unterschied zwischen Hundetrainer und Hundeschule fließend ist. Auf jeden Fall war eine der ersten Hundeschulen in Europa die Hundeschule Maier-Breitsamer aus Bayern. Die Hundeschule eröffnete im Jahre 1946 ihre Pforten und begann mit dem Training für Mensch und Hund.

Auch in den 40ern begann der österreichische Zoologe Konrad Lorenz mit der Erforschung des Verhalten von Tieren (Ethologie). Hr. Lorenz hat im deutschsprachigen Raum maßgeblich den Begriff Tierpsychologie geprägt.
Die Lehre der Verhaltensweisen befähigt guten Hundetrainern das Verhalten von Hunden, fachlich zu interpretieren.

In den 60er Jahren beschäftigten sich 2 amerikanische Verhaltensforscher namens Scott und Fuller mit der Entwicklung des Hundewelpens. Sie schrieben damals im Jahre 1965 das Buch „Genetics and the Social Behavior of the dog“, was den Grundstein legte für die Hunde-Psychologie legte. Scotts & Fuller stellten durch ihre Untersuchungen fest, dass die ersten 8 Wochen (Sozialisierungsphase) einen hohen Einfluss auf die späteren Verhaltensweisen von einem Hund haben.

Hundeschulen in der heutigen Zeit.

Nach einem Beißvorfall in Hamburg im Jahre 2000 waren die Politiker gezwungen, schnellstmöglich Verordnungen und Gesetze zu schaffen, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Bezug auf die in Deutschland gehaltenen 5 Millionen Hunde zu gewährleisten. Es wurden im Eilverfahren Verhaltensüberprüfungen und Wesenstests entwickelt, die die Zahl der Hundeschulen rasant ansteigen ließ.

Aufgrund des Überangebotes von Hundeschulen und Vereinen, erweitert sich kontinuierlich das Portfolio. (Nimm hier lieber „Portfolio“ oder ein anderes Synonym für „Angebot“, da du im Nebensatz schon „ÜberANGEBOT“ schreibst.) Früher genügte es, Welpen-, Junghundkurse und Kurse für erwachsene Hunde anzubieten. Heutzutage gibt es weit mehr an Dienstleistungen, die Hundeschulen anbieten: Beschäftigungskurse, Hundesport, Verhaltenstherapie/Verhaltenskorrektur, Erlernen von neuen Fertigkeiten (Antigiftköder-Training) und Seminare.

Bisher ist der Beruf Hundetrainer nicht einheitlich geregelt. Es gibt keinerlei gesetzliche Regelung wie lange eine Trainerausbildung dauern muss, noch über den Lehrinhalt oder eine einheitliche Prüfung. Dies macht es dem Verbraucher schwerer, eine passende und geeignete Hundeschule zu finden.

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